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Wochenspiegel
Redaktion
Lübecker Bucht
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Nachricht vom Datum
18.
Okt.2005
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Luxus-Ferienhäuser
auf dem Priwall;
- Interview mit Klaus Petersen; Wochenspiegel vom
12.10.2005
Sehr geehrte Damen und Herren,
das in Ihrer Ausgabe
veröffentlichte Interview mit Herr Klaus Petersen veranlasst uns, dazu Stellung
zu nehmen und richtigstellend auf folgendes hinzuweisen:
- Die offenbar auf Aussagen der Stadtverwaltung fußenden
Behauptungen des Herrn Petersen, die Priwall-Wochenendhausbesitzer hätten
höhere Grundstückspreise mit Rücksicht darauf zu zahlen gehabt, dass sie
sich an den Erschließungskosten kaum beteiligt haben und es sich um
erschlossene Grundstücke handelt, wird als unzutreffend zurückgewiesen.
Zutreffend ist vielmehr, dass bei Abschluss der 30-Jahres-Mietverträge ab
1982 (- 31.12.2012) die Wochenendhausbesitzer zu einem erheblichen Teil
Anliegerbeiträge für Neuverlegung und Anschluss an die städtischen Wasser-
und Abwasser-Leitungen, neue Stromleitungen und die Wiederherstellung der
Wege innerhalb der Siedlung zu zahlen hatten. Im übrigen hat die
Hansestadt Lübeck bei Abschluss der neuen Mietverträge erheblich höhere
Mieten gefordert und erhalten, u.a. unter Hinweis auf die notwendigen
Investitionen und Verbesserung der Infrastruktur. Außerdem hat die Stadt
die Reparatur- und Instandhaltungskosten für die Ver- und
Entsorgungsleitungen, die Wege und die Beleuchtung der Siedlung zum Teil
auf die Mieter abgewälzt. Letztlich wurden bei Neuvermietung
Mieterhöhungen von der Stadt durchgesetzt. Zuletzt hatten die Nachmieter
fast das dreifache der Altmieten zu zahlen gehabt.
- Auch jetzt bei Verkauf der Grundstücke sind zusätzlich
zu den nicht gerade niedrigen Kaufpreisen von den Wochenendhausbesitzern
Erschließungskosten zu tragen, nämlich für die von der Stadt bei Verkauf
zu erbringende Erschließung und den unabdingbar notwendigen Neubau von
Parkplätzen. Die nach Verkauf notwendige Instandhaltung und Reparatur der
erwähnten Leitungen, Wege und Anlagen obliegt nach Verkauf nicht mehr der
Stadt. Die Kosten dafür hat nun in voller Höhe die
TEG-Eigentümergemeinschaft zu tragen. Das sind beispielweise Kosten, die
absehbar die Stadt nicht auf die Käufer der dänischen Luxus-Ferienhäuser
abwälzen wird und kann.
- Deshalb sind wir ganz besonders ärgerlich und erbost
darüber, dass die Hansestadt
à
für die
Wochenendhaus-Grundstücke einen Quadratmeterpreis von 100,- bis 150,- Euro (und
sogar 200,- für die Gaststättengewerbegrundstücke) forderte, die benachbarten
Grundstücke für die dänischen Luxus-Ferienhaus-Dörfer aber zu einem
Quadratmeterpreis von nur ca. 21,- bis 25,- Euro (zuzüglich Erschließungskosten
verkaufen, ja verschleudern will. Entgegen der vielfach von der Stadtverwaltung
und Politikern geäußerten Meinung ist es durchaus angebracht und
gerechtfertigt, bei einem Preisvergleich von den vorstehend genannten
Quadratmeterpreisen auszugehen, da es sich in beiden Fällen um Netto-Preise ohne Erschließungskosten
handelt. Wie dargelegt, haben zudem die Wochenendhausbesitzer laufende Aufwendungen
zusätzlich zum Kaufpreis zu zahlen, die bei den Feriendörfern die Stadt tragen
wird. Warum die gewerblich genutzten Grundstücke (gewerbliche Vermietung ist in
den Feriendörfern vorgeschrieben!) in der Ferienhaussiedlung rd. 21,- Euro und
200,- Euro pro Quadratmeter in der Wochenendhaussiedlung kosten soll, ist
unverständlich, nicht nachvollziehbar und mutet bei einem so erheblichen
Unterschied (das 9,5-fache) an als Willkür.
- Zur Begründung dieser horrenden Preisdifferenz
verweisen Politiker und Stadtverwaltung auf den Gutachterausschuss der
Hansestadt Lübeck. Wir können uns aber nicht vorstellen, das die
vorstehenden erwähnten Sachverhalte und Einzelheiten bei Vermietung und
Verkauf dem Gutachterausschuss in vollem Umfang bekannt gewesen sind und berücksichtigt
wurden. Nach der Aussage des Herrn Petersen hat auf Anfrage bzw. Vorgabe
der Stadtverwaltung der Gutachterausschuss unterstellen müssen, die
Erschließungskosten für die Wochenendhaussiedlung hätte allein die Stadt
gezahlt, der „Marktwert“ für diese voll erschlossenen Grundstücke betrage
100,- bis 200,- Euro pro Quadratmeter. Es handelt sich auch nicht, wie vom
Bausenator der Hansestadt Lübeck behauptet wurde, um voll erschlossene
Erbbaugrundstücke. Es geht auch nicht nur, wie behauptet wird, um 250
Grundstücke der Wochenendhaussiedlung, die vermarktet wurden, sondern um
438 Grundstücke sowie um eine als TEG-Gemeinschaftsfläche verkauftes Areal
von insgesamt 146.100 Quadratmeter! Es stellt sich dann die berechtigte
Frage, warum uns „natürlich“ nicht auch ein Mengenrabatt gewährt
wurde.
Wie es bei der Stadtverwaltung zu solchen Irrtümern und falschen Meinungen
kommen kann, ist unverständlich. Zur Zeit bemühen wir uns in Gesprächen
mit der Stadtverwaltung und den Bürgerschaftsfraktionen um Klärung und
Erklärungen.
- Entgegen der Meinung des Herrn Petersen sind die uns
vorgetragenen Bedenken und Einwände zutreffend und gerechtfertigt. Wir
wünschen aber Herrn Petersen, das seine von gutem Glauben getragenen
Hoffnungen nicht einmal wie eine Seifenblase zerplatzen werden. An einem
Umbruch auf dem Priwall und positiven Entwicklungen sind alle Bewohner des
Priwalls und auch wir interessiert. Der Preis für die erhoffte
Modernisierung und Verbesserung für potenzielle Touristen wurde von vielen
bisherigen Nutzern von Wohnwagen- und Zeltplätzen, Jugendfreizeitstätte
und bis zum Minigolfplatz, die vertrieben wurden, teuer bezahlt. Auf der
Strecke bleibt, so ist zu befürchten, für Lübecker auch deren Volksbad
Priwall. Ist das alles vertretbar?
Mit freundlichen Grüßen
Verein der Priwall Wochenendhausbesitzer e.V
Ulrich
Klempin, Vorsitzender
Internet: www.priwall.net/verein
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