P R E S S E M I T T E I L U N G

6. Juli 2005

 Kein Kahlschlag auf dem Priwall zu Gunsten von Luxus-Ferienhäusern

 Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Bürgerbeteiligung und öffentlichen Bürgeranhörung zum MASTERPLAN der Hansestadt Lübeck (HL) für den nördlichen Priwall haben wir unsere Einwände und Bedenken, Ergänzungsvorschläge und Änderungsanträge der HL / Fachbereich Stadtplanung sowie Bürgermeister Bernd Saxe und den Bürgerschaftsfraktionen vorgetragen. Sie wurden veröffentlicht unter www.priwall.net >Ferienhausbesitzer-Info >Vereinsmitteilungen.

Weitere Stellungnahmen des Vereins zu dem Plan der HL, dänische Luxus-Ferienhäuser auf dem Priwall errichten zu lassen und deswegen die bisherigen Nutzer wegzujagen und zu vertreiben, die in der Jugendfreizeitstätte sowie auf den Wohnwagen- und Zeltplätzen seit Jahrzehnten ihre Ferien- und Freizeit verbrachten, wurden von uns mit Schreiben vom 30.4. und 16.6. 2005 abgegeben. Letzteres wurden an Bausenator Boden gerichtet aufgrund seiner unverständlichen und teilweise falschen Äußerungen im ZDF-Länderspiegel. Einzelheiten sind ebenfalls aus der o.a. web-Seite.

Zusammenfassend stellen wir fest:

 

1.      Grundsätzlich stimmen wir den Planungszielen der HL zu, den Priwall attraktiver zu gestalten und auch durch bauliche Maßnahmen das Angebot für den Erholungstourismus zu verbessern.

2.      Unabdingbar muss aber darauf bestanden werden, dass sensibler und einfach humaner und rücksichtsvoller mit den jahrzehntelangen Nutzern des Priwalls und seiner Einrichtungen umgegangen wird.

3.      Selbstverständlich sind wir dankbar dafür, dass uns die Möglichkeit geboten wurde, die uns genutzten Grundstück als Teileigentum zu kaufen. Zeigt uns doch das jetzige rigorose Verhalten der HL in aller Deutlichkeit, was uns erspart geblieben ist nach Ablauf der Grundstücksmietverträge mit der HL im Jahr 2012! Wir können nachvollziehen, was die Menschen fühlen und denken, wenn sie jetzt und sofort vertrieben werden sollen.

4.      Deshalb unterstützen wir die berechtigten Forderungen der Nutzer, die jetzt verjagt werden sollen, dass unverzüglich Alternativflächen zur Verfügung gestellt werden und die Nutzer auf ihren bisherigen Flächen wenigstens noch so lange verbleiben können, bis Areale wirklich benötigt werden. Denn für die geplanten beiden ersten Feriendörfer werden doch die Wohnwagenplätze und die gesamte Fläche der Jugendfreizeitstätte nicht benötigt. Bis zum Ende der geplanten Bebauung in den Jahren 2014 – 2016 fließt noch viel Travewasser am Priwall vorbei in die Ostsee!

5.      Kein Verständnis haben wir dafür, dass uns Grundstückspreise von 100,- bis 200,- Euro abverlangt wurden, dem Investor aufgrund purer Absichtserklärungen, dänische Luxusferienhäuser zu errichten und zu verkaufen, aber nur ca. 21,- Euro pro Quadratmeter (in beiden Fällen ohne Erschließungskosten)! Wir sind der Meinung, dass dadurch in erheblichem Umfang gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung verstoßen wurde. Eine plausible und nachvollziehbare Erklärung dafür haben wir bisher nicht erhalten. Es bestehen erhebliche Zweifel daran dass es gerecht und gerechtfertigt ist, eine große Zahl von Nutzern und Einrichtungen auf dem Priwall, die vielen Menschen Arbeit und Brot, Erholung und Entspannung in Ferien- und Freizeit gegeben hat, zu beseitigen. Und alles nur aufgrund von Versprechungen eines Investors, der dänische Luxus-Ferienhäuser errichten möchte. Der Preis, der dafür von der HL, den bisherigen Nutzern und den Bürgern gezahlt werden muss, ist zu hoch, zumal die  HL die Grundstücke erheblich unter dem Marktwert verkaufen will und dadurch direkt den Bau von Luxus-Ferienhäusern subventioniert, obwohl doch die Stadt kein Geld hat. Das zeigt u.a., dass die HL bei den Grundstücksverkäufen einschließlich der weiteren geplanten Verkäufen von „Wassergrundstücken“ wirklich keine glückliche Hand hat. Nebenbei verabschiedet sich die HL von dem Anspruch, den Priwall als „Volkbad“ für seine Bürger erhalten zu wollen.

Fazit: MONOPOLY lässt grüßen.

verantwortlich:

Ulrich Klempin, Verein der Priwall-Wochenendhausbesitzer e.V.