Hansestadt Lübeck

Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) –Geschäftsleitung und Herrn Senator Thorsten Geißler

23539 Lübeck

 

           

 


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                                                                                                                                  25.2.2005                                                                 

 

Erhöhung der Abwassergebühren

 

Sehr  geehrter Herr Senator Geißler, sehr geehrte Damen und Herren,

 

gegen den Beschluss, die Abwassergebühr um dreiunddreißig Prozent zu erhöhen, erheben wir namens und in Wahrnehmung der berechtigten Interessen unserer Mitglieder sowie des Unterzeichners persönlich Widerspruch.

Begründend verweisen wir auf unser Schreiben an Sie vom.20. 2. 2005.in der Sache Abwassergebührenerhöhung mit folgendem Inhalt.

„Die Berichte in den LN vom 15., 16. und 20.2.2005 veranlassen uns, zu den angekündigten Gebührenerhöhungen für Abwasser (und Müll) wie folgt Stellung zu nehmen, bevor die Bürgerschaft darüber beschließt.

Die angekündigte Abwassergebührenerhöhung um 33 % ist u.E. ungerecht und ungerechtfertigt Es kann und darf nicht möglich sein, dass die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) ihre hausgemachten Finanzprobleme auf Kosten und zu Lasten ihrer Kunden entsorgen. Erst werden die Müllabfuhrgebühren (in zwei Stufen) um fast 50 % erhöht, nun sollen außerdem noch die Abwassergebühren um 33 % erhöht werden. So kann sich doch bei ordentlicher kaufmännischer Leitung kein Betrieb, insbesondere kein städtischer Betrieb,, verkalkulieren und anschließend die Folgen einer solchen Misswirtschaft der Einfachheit halber auf die daran völlig unschuldigen Kunden dieses (Monopol-) Betriebes abwälzen. Mit der satzungsgemäßen Pflicht der Bürger, Müll und Abwasser kostenpflichtig ausschließlich durch die EBL entsorgen zu lassen, ist u. A. n. die Pflicht der EBL und der Hansestadt Lübeck verbunden, gemeinwirtschaftlich, rücksichtsvoll und sozialverantwortlich zu handeln, wenn Gebührenerhöhungen unvermeidbar sind. Davon kann aber nicht gesprochen werden, wenn Gebühren auf einen Schlag um 33 %  bzw. kurzfristig in zwei Stufen um 50 % erhöht werden, nur weil eigenes Fehlverhalten und Versäumnisse der letzten Jahre auszugleichen und zu beseitigen sind. Wenn zur Begründung dafür auf mangelnde politische Aufsicht durch eine ehemalige Senatorin hingewiesen wird, so machen es sich u. E. die außerdem zuständigen politischen Parteien, Gremien und Funktionsträger doch zu einfach. Denn diese haben doch auch wenigstens ihre Aufsichtspflicht verletzt bzw. versäumt. Von der Suche nach Sündenböcken haben die von den Gebührenerhöhungen betroffenen Bürger, die die Zeche zahlen sollen, nichts. Es ist aber offensichtlich noch einfacher, die Kosten für Fehler und Versäumnisse auf allen Ebenen den Kunden  und Bürgern aufzubürden, als dafür wenigstens teilweise selber aufzukommen.

Deshalb fordern wir von der Bürgerschaft und der Verwaltung der Hansestadt Lübeck und den EBL, zum Ausgleich für eigenes Fehlverhalten und Versäumnisse einen angemessenen Teil der Defizite der EBL selber zu tragen und die angekündigten Erhöhungen der Müll- und Abwassergebühren angemessen zu reduzieren und zurückzunehmen. Das ist gerecht, sachgerecht und entspricht der Billigkeit.“

Diese Ausführungen werden voll und ganz zum Gegenstand unserer Erwiderung erklärt. Weiterer Vortrag bleibt vorbehalten.

Wir haben kein Verständnis dafür, dass auf die Belange und Interessen der Bürger und deren schon vielfach reduzierte finanzielle Belastbarkeit keine bzw. so wenig Rücksicht genommen wird. Es bestehen offenbar keine Bedenken und Hemmungen, die hausgemachten finanziellen Probleme und Engpässe der EBL auf ihre Kunden und die Bürger abzuwälzen. Nicht nur die Hansestadt Lübeck und die EBL haben kein Geld, das gilt auch für die Bürger , und zwar ganz besonders für Lübeck und Umgebung mit der höchsten Arbeitslosigkeit im Land! Aber darauf müssen ja wohl offensichtlich Politiker, Bürgerschaft und Verwaltung keine Rücksicht nehmen. Ein einfacher Beschluss genügt ja, Probleme auf die Bürger abzuwälzen.

Wir beantragen und erwarten, dass nochmals geprüft wird, ob es den Bürgern zugemutet werden kann, innerhalb kurzer Zeit und auf einen Schlag die Müll- und Abwassergebühren um fast 50 bzw. 33 % zu erhöhen..

 

Mit freundlichen Grüßen

Verein der Priwall Wochenendhausbesitzer e.V.

 

Ulrich Klempin

 

Verteiler:

Bürgermeister Bernd Saxe

Bürgerschaftsfraktionen CDU, SPD, DIE GRÜNEN, FDP

Lübecker Nachrichten